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May 1, 2005

Killerapplikation

Filed under: Schöngeistiges, Verfolgungswahn — martin @ 9:07 pm

In diesen Tagen vor 20 Jahren kam übrigens die CD “Brothers in Arms” von den Dire Straits raus. Das Album und die Single “Money for nothing” dürften wohl als Meilensteine durchgehen. Jeder, der damals schon einen CD-Spieler hatte, mußte diese CD sein eigen nennen. Bemerkenswerterweise sind die Texte deutlich besser über die Runden gekommen als die so manch anderer 80er-Jahre-Klamotte. Vieles von damals würde auch perfekt in die heutige Zeit passen.

Ein Schulkollege sagte, als einige Jahre später endlich das Folgealbum “On every street” rauskam, daß die Dire Straits “Musik ohne Höhepunkte” machen. Da mag er zwar Recht gehabt haben (ich mag Mark Knopflers heutiges Spätwerk auch nicht mehr hören), aber Musikgeschichte geschrieben haben die Briten trotzdem.

Damals begann eine Entwicklung, die wir heute mit anderen Augen betrachten können. Die Compact Disc wurde den Musikliebhabern als wahres Wunderwerk verkauft: Die Klangqualität war und ist – zumindest für den Hausgebrauch – unübertroffen, und anders als Schallplatten muß man CDs nicht mit Samthandschuhen anfassen. Und das alles dank Digitaltechnik.

Erst 20 Jahre nach Veröffentlichung der ersten CD überhaupt (das war im Jahr 1982), begann die freundliche Digitaltechnik ihre dunkle Seite zu zeigen: Digital Restriction Management, Kopier- und Abspielschutzmechanismen, Inkompatibilität zum ursprünglichen Standard.

Wenn ich heute höre, daß ein Dienst, der mit Musik, Film und ähnlichen Medien zu tun hat, auf Digitaltechnik umgestellt wird, denke ich als erstes schon nicht mehr an bessere Qualität und mehr Möglichkeiten, sondern nur noch an immer weitergehende Gängelung durch maßlose Rechteinhaber und freizügigen Umgang mit meinen Persönlichkeitsrechten. So fühlt es sich an, wenn der Segen zum Fluch wird.

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2 Comments

  1. Unschöne entwicklung. Zum glück hat mein CD-Spieler den Geist aufgegeben so das ich neue scheiben nur noch auf Vinyl kaufe. Ist aber irgendwie auch keine Lösung.

    Comment by Sebastian — May 2, 2005 @ 10:19 am

  2. …also ich gehöre auch zu den (wahrscheinlich) wenigen Leuten die gelegentlich noch Vinyl kaufen. Gelegentlich deshalb weil es viele Sachen gar nicht mehr auf Vinyl gibt…

    Comment by Laurence — May 2, 2005 @ 11:08 am


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