#!/bin/blog

February 23, 2008

Alternativen zu Flickr? Meine Empfehlung.

Filed under: Metablogging — Tags: — martin @ 7:31 pm

Heise berichtet über ein sogenanntes “Barcamp” in Hannover, in dem auf besonders individuelle Weise zentrale Themen des Web 2.0 oder was auch immer behandelt werden. Dazu gehört – Heise zufolge – unter anderem die Frage nach “Alternativen zu Flickr”.

Was ich in der Causa Flickr zu sehen glaube, ist ganz massiver Eliten-Starrsinn der Web-2.0-Anwender. Der Exodus hat nicht begonnen, als Flickr von Yahoo gekauft wurde, obwohl das genau der richtige Zeitpunkt für einen Boykott gewesen wäre. Vielmehr kam ein Sturm der Entrüstung in dem Moment auf, wo Flickr sich ausdrücklich auch an deutsche Anwender zu richten begann. An genau diesem Tag entschloß sich Flickr/Yahoo, aufgrund eines bedauerlichen Mißverständnisses hinsichtlich der deutschen Jugendschutzverhältnisse, die Möglichkeit abzuschaffen, den Jugenschutzfilter komplett zu deaktivieren. Noch bevor dieser bis heute nicht korrigierten Fehlentscheidung ein massiver Kommunikations-Fuckup folgte (ich erspare euch die Details), waren 80% meiner deutschen Kontakte bereits über alle Berge.

Ein paar Wochen später fragten dann die ersten Blogger zögerlich, wie sie denn in Zukunft Fotos von Events sammeln sollen. Ich bin nicht völlig überrascht, daß das Thema tatsächlich noch heute, fast ein Jahr danach, unter der Oberfläche schwelt.

Erstens scheint Flickr ja wirklich einen Service zu bieten, der bisher nicht zu ersetzen ist. Zweitens müßt ihr euch ganz klar vor Augen führen, daß die nächste gigantische Web-2.0-Photo-Sharing-Site, wenn sie wirklich gut ist, genauso aufgekauft werden wird. Wenn nicht von einem absoluten Giganten, dann zumindest von so einem dubiosen Kapitalschieber wie bei diesem Fakebook-Verein. Drittens ist die nicht abschaltbare Jugendschutz-Option bei Flickr praktisch nicht zu bemerken. Insbesondere dann nicht, wenn man Flickr wirklich für das Sharing harmloser Eventfotos benutzt und nicht in die Tiefen irgendwelcher obskurer Gruppen abtauchen will.

Hier also ist mein Ratschlag: Get the fuck over it!

Hebt euch Ideale, mit denen ihr euch selbst Hindernisse in den Weg legt, einfach für andere Gelegenheiten auf.

Daß eure Macbooks in chinesischen Sweatshops produziert worden sind, juckt euch ja schließlich auch nicht.

Advertisements

1 Comment »

  1. Die Jugendschutzumsetzungen von flickr waren PR-technisch der sinnbildliche Griff ins Klo. Wie Du zu Recht schreibst, werden die meisten Nutzer, die sich darüber ärgern oder aufregen (mich eingeschlossen), jedoch wohl nie mit den Auswirkungen des Filters konfrontiert werden.

    Der Grund für mich, sich von flickr (teilweise) zu verabschieden, war weniger der Schritt hin zur Zensur. Es gab eher der Anstoß, sich doch einmal nach Alternativen umzuschauen. Und siehe da, eine kleine französische Bilderklitsche macht eigentlich genau das, was ich suche. Ohne die blöde 200-Bilder-Beschränkung im Nicht-Pro-Account.

    Als moderner Web-Nomade habe ich dann dort temporär ein Zelt für meine Bilder aufgeschlagen. Und wenn das nichts hilft, dann bleibt mir wohl doch wieder nur das Selber-hosten.

    Comment by Jean Pierre — February 24, 2008 @ 10:10 pm


RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Leave a Reply

Please log in using one of these methods to post your comment:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

Blog at WordPress.com.

%d bloggers like this: