#!/bin/blog

March 28, 2009

Spam von der Gewerkschaft

Filed under: Politics — Tags: , , — martin @ 1:33 pm

Soso, die Bahn hat also während eines Streiks vorsätzlich und im großen Stil Mails einer Gewerkschaft an ihre Mitglieder gelöscht. Und der Spiegel, in einem seiner unermüdlichen Versuche, die Meßlatte für seriösen Journalismus immer noch ein wenig tiefer zu legen, gibt ihr auch noch Raum für ungelenke Propagandastories:

“Die Benutzung des Hauspostsystems durch die GDL für Streikaufrufe war rechtswidrig“, sagte ein Bahn-Sprecher der Nachrichtenagentur afp zur Begründung. Durch die Massenmails der GDL habe es Probleme beim hausinternen Mailserver gegeben. Daraufhin sei entschieden worden, die E-Mails zu löschen. Der Bahn-Sprecher wollte keine Angaben dazu machen, wer diese Entscheidung getroffen hat.

Ich für meinen Teil nenne das nicht „Fehlerbehebung“, sondern „Unterdrückung von Mitteilungen lt. §206 StGB“. Bis zu 5 Jahre Freiheitsstrafe. Jeder bitte nur ein Kreuz. Danke.

Ganz ehrlich gesagt, würde ich hier auch gerne mal meine Berufskollegen vorm Richter sehen, die diesen Scheiß auf Anordnung offenbar mitgemacht haben. Mehdorn hat die Mailerqueue ja wohl kaum eigenhändig ausgeräumt.

Advertisements

6 Comments »

  1. Man kann nur hoffen, dass die Mehdorn-Dikatatur endlich zusammenbricht! Für Kenner der Szene ist diese Entwicklung nur konsequent. Mehdorn wird eines Tages jener Herr sein, der die Bahn in Deutschland erst recht ruiniert hat!
    Mehr dazu in meinem Weblog scritti.wordpress.com

    Comment by scritti — March 28, 2009 @ 3:13 pm

  2. Hmmm… also ich habe schon mal einen Domino-Server Cluster in die Knie gehen sehen beim Versand einer 34MB PowerPoint Präsentation “an alle & externe Partner” – aber die GDL ruft wohl nicht mit so großen ppts zum Streik, dass das Argument “habe es Probleme beim hausinternen Mailserver …” gelten könnte.

    Comment by G. — March 30, 2009 @ 5:42 am

    • Das schöne ist, daß es gar keine Rolle spielt, ob seine Geschichte stimmt oder nicht. Als Mailadministrator eines solchen Unternehmens muß ich in der Lage sein, meinen Mailserver in den Griff zu bekommen, ohne daß ich dabei gegen Gesetze verstoße. Wenn die Mails gelöscht worden wären und man gleichzeitig der Gewerkschaft bescheid gesagt hätte, wäre das bereits in der strafrechtlichen Grauzone. Aber so ist der Vorfall vorsätzlich vertuscht worden.

      Comment by martin — March 30, 2009 @ 6:17 am

  3. Naja, das stimmt so nicht ganz. Immerhin kann der Arbeitgeber nicht dazu verpflichtet werden mit seiner eigenen Infrastruktur bei der Organisation von Streiks gegen ihn selbst zu helfen, da muss sich die jeweilige Gewerksschaft im Zweifelsfall schon selber drum kümmern. Genauso kann ein Arbeitgeber auch private E-Mail-Nutzung verbieten.

    Comment by Andreas — April 6, 2009 @ 7:52 pm

    • Ääääähm. Was genau stimmt hier wie nicht so ganz? Wenn private E-Mail-Nutzung nicht ausdrücklich verboten ist, hat der Arbeitgeber keine Mails zu löschen. Ob die von der Gewerkschaft oder von der Ehefrau kommen, hat ihn nicht zu interessieren.

      Comment by martin — April 6, 2009 @ 8:08 pm

  4. > Wenn private E-Mail-Nutzung nicht ausdrücklich verboten ist
    Ist sie aber garantiert. Ich habe noch keinen Arbeitsvertrag gesehen, der das nicht untersagt.

    Comment by Andreas — April 9, 2009 @ 10:21 pm


RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Leave a Reply

Please log in using one of these methods to post your comment:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

Blog at WordPress.com.

%d bloggers like this: