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October 4, 2012

Blogger ohne Mission und ohne alles.

Filed under: Metablogging, Paranoia — Tags: , , — martin @ 10:39 am

Endlich mal wieder vom Bloggen bloggen. Es ist auch wirklich zu lange her.

Die erfahrensten Leser werden sich erinnern, dass ich einst vollkommen offen mit .de-Domain unter Realname mit Impressum gebloggt habe. Im Jahr 2007 habe ich mein Blog dann mit großem Buhei dichtgemacht. Das war eine Entscheidung, die mir im Nachhinein viel Kopfzerbrechen und Herzschmerzen bereitet hat und das bis heute tut. Wenn ich heute nach Stichworten aus meinem Abschiedspost google, bin ich nach wie vor von der damaligen Resonanz überrascht.

Allein in den 4 Jahren bis 2007 waren um die 1000 Posts entstanden. Die wollte ich nicht für immer wegsperren, also habe ich irgendwann doch wieder angefangen, unter einem ähnlichen Domainnamen zu bloggen und schließlich sogar alte Posts freigeschaltet. Seitdem ist die Anonymität natürlich dahin, aber das nur am Rande.

Neben einer etwas schwierigen persönlichen Situation, in der ich war, glaubte ich damals, handfeste Gründe zu haben, um mit dem Bloggen aufzuhören. Ich hatte Angst, dass ich wahllos wegen des damals brandneuen §202c StGB an die Wand genagelt werden könnte, weil ich Scripts und Links im Blog hatte, die dazu durchaus relevant waren. Die offizielle Bundesrepublik Deutschland, damals von der großen Koalition regiert, war bereits auf dem Weg, zu dem Feind des Internet zu werden, der sie heute ist. Blogger waren damals, und sind es auch heute noch, dem Treiben von Abmahnanwälten schutzlos ausgeliefert.

Und damit wäre ich beim Punkt: Im Moment scheinen sich einige Blogger mal wieder bedroht zu fühlen. Worum geht es? Hackertools lt. §202c? Zitate, die gegen das Leistungsschutzrecht verstoßen? Kritik an multinationalen Unternehmen und Globalisierung?

Nein, es geht um Bildchen. Um irgendwelchen Kleinkram, der auf Twitter oder Posterous oder Facebook aufgegabelt wurde, und den man ins eigene Blog hochgeladen hat, um seinerseits von Twitter dorthin zu verlinken, um sich dann an ein paar mehr Besuchern auf dem Blog zu erfreuen. Man sorgt sich nicht um freie Meinungsäußerung und die Freiheit von Forschung und Wissenschaft aus Artikel 5 GG. Im Mittelpunkt stehen andere Fragen:

“Viral-Effekte und deutsches Urheberrecht? Forget it.” (Nerdcore)

Schöner wäre, wenn die Blog-Szene in der Lage wäre, aus dieser Abmahnsituation heraus auf das große ganze zu reflektieren.

  • Will man euch wirklich nur eure Bildchen und eure “Viral-Effekte” wegnehmen? Steckt vielleicht dahinter, dass die Regierung nichts mehr hasst und verabscheut und bekämpfen will, als private Publikationen im Internet?
  • Warum haben wir die Impressumpflicht, bei der das Impressum mit einem Mausklick erreichbar sein muss? Vielleicht, damit der Abmahner sich nicht umständlich am whois der Domain abarbeiten muss? Single-Klick Instant-Abmahnung?
  • Warum haben wir dynamische IPs mit Zwangstrennung auf unseren DSL-Anschlüssen? Vielleicht, damit wir nicht anfangen, zum Nulltarif Webserver zu betreiben?

Der Gesetzgeber tut nichts, um für ein modernes Zitierrecht zu sorgen. Er stellt sich nicht mit dem Grundgesetz in der Hand hinter euch, wenn ihr offen eure Meinung sagt. Er tut nichts, um euch vor Abmahnungen zu schützen. Er hat einen kleinen Vorstoß bei Abmahnungen im Bereich Filesharing unternommen. Warum? Weil ihm ein paar runtergeladene Songs vollkommen egal sind. Darum.

Bei unregulierten privaten Meinungsäußerungen ist das aber nicht so einfach.

Deshalb lässt man euch bei jedem Blogpost zittern. Viele geben irgendwann auf. Ziel erreicht.

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January 18, 2009

Gib dem Affen Zucker!

Filed under: Paranoia — Tags: , , — martin @ 12:38 pm

“Al-Qaida”-Drohung gegen Deutschland. Jawoll! In 8 Monaten ist Bundestagswahl.

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